Netzwerkspeicher mit NAS-System WD Sentinel DX 4000

Es war mal wieder Zeit, ein bisschen in das Entwicklteam zu investieren. Wie ihr bereits wisst, erstellen wir für unsere Produkte Videos, Kataloge und Bilder. Da wir diese Sachen in sehr hoher Auflösung herstellen, ist wohl auch klar, dass wir eine große Menge an Daten zu verarbeiten und zu sichern haben. Mit unseren alten Speicherbüchsen (Tera Link Station Pro II) war nun auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Lange haben sie uns gut gedient, doch jetzt sind sie einfach aus der Mode (geringer Datendurchsatz, Speicherlimit erreicht).

Dank eines sehr zuverlässigen Lieferanten (LV Kopier- Mietservice GmbH - Erfurt) sind wir auf das NAS-System von Western Digital aufmerksam geworden. Das kurze Überfliegen des Datenblattes hat gereicht, um uns neu zu verlieben. Zugegeben, der Preis schockt auf den ersten Blick, aber wir können mit Recht behaupten, dass das Geld für KMU’s an dieser Stelle sehr gut angelegt ist. Da wir besonders viel Wert auf Datensicherheit und Verfügbarkeit legen, haben wir uns auch gleich zwei dieser Geräte bestellt.

In der größten Variante kommt eine Büchse mit insgesamt 12TB HDD Kapazität, 2GB DDR3 RAM und einem Intel Atom D525 Quadcore Prozessor. Verwaltet wird das System mit einem 64Bit Windows Storage Server 2008 Essential, welches direkt mitgeliefert und vorinstalliert ist. Das hört sich doch nicht schlecht an, oder? Überraschender ist die Größe (Abmessungen) der Büchse, denn die ist verdammt klein und passt ohne Probleme auf den Schreibtisch. Vor allem das Innenleben ist echt winzig und beim bloßen Betrachten des Boards glaubt man nicht, dass das Teil überhaupt was leisten kann.

Case WD Sentinel DX 4000
Case WD Sentinel DX 4000

Wie man sieht, einfaches Board mit CPU, DUAL-Netzwerk, 2x USB, 2x Power-Anschluss. Das Einzige, was wir bei der Gelegenheit verändert haben, ist ein kleines Speicherupgrade von 2GB auf 4 GB, was bedingt durch die CPU auch die absolute Obergrenze ist. Ein zusätzlicher Speicherslot wäre auch nicht von schlechten Eltern gewesen, aber wir wollen nicht meckern.

Nun gut, wir haben uns zwei zugelegt und jetzt galt es, diese auch ins Netzwerk zu integrieren. Dank des mitgelieferten Windows Storage Server Essentials ist es auch kein Problem, die Büchse als Memberserver ins AD zu integrieren, was aus unserer Sicht auch getan werden sollte, wenn ein Domänencontroller im Netz vorhanden ist, denn so spart man sich eine Menge Arbeit mit irgendwelchen Zugriffsberechtigungen auf Freigabeebene. Wenn kein Domänencontroller im Netzwerk vorhanden ist, könnte man diese Serverrolle auch ganz einfach über den Servermanager hinzufügen. Der Assistent installiert alle notwendigen Serverfeatures und begleitet Euch Step by Step bis zu Fertigstellung. Wir kennen zwar bis dato keinen Admin der behauptet, dass sein Domänencontroller auf dem Schreibtisch steht, aber vielleicht ist einer von Euch der Erste. Ist schon irgendwie cool.

Auf die Frage, warum wir zwei WD-Sentinel DX 4000 gekauft haben, wollen wir mit folgender Grafik eine einfache Antwort geben. Nichts hat für einen Admin mehr Wert wie Verfügbarkeit und Redundanz.

WD DX4000 Failover

Wie ihr sehen könnt, wird eines der NAS-Systeme im Netzwerk aktiv verwendet, während das zweite System nur passiv im Netzwerk betrieben wird. Das hat einfach den Grund, dass wir einem eventuellen Ausfall in kürzester Zeit gegenwirken können und somit die Verfügbarkeit der Daten entsprechend erhöhen. Zwar fährt die WD Sentinel DX 4000 bei 4 Festplatten ein Raid 5 (Festplattenverbund, aus 4 mach 1), doch das ist kein Garant für einen Controllerausfall. Wenn eine Festplatte defekt geht, ist das kein Problem. Defekte Platte auswechseln und weiter geht’s. Doch wenn der Controller die Hufe reist, dann ist die Kacke am dampfen. Denn dann ist die Büchse im Eimer und an die Daten kommt erst mal keiner ran. Für den Fall, dass eine Büchse derart ausfällt, wird das passive System zum aktiven System.

Um unnötigen Konfigurationsaufwand bei einem Ausfall zu sparen greifen wir grundsätzlich über sogenannte Aliasnamen auf Freigaben zu. Das hat den enormen Vorteil, dass im Falle eines totalen Ausfalls des aktiven Systems einfach die Ziel-IP des Aliasnamen im DNS-Server angepasst und somit das passive System wie von Zauberhand zum aktiven System geändert wird. Sorry für unser Eigenlob an dieser Stelle, aber ist das nicht clever?

Damit das passive System auch immer den gleichen Datenbestand des aktiven Systems beinhaltet, müssen diese Daten auch synchronisiert werden. Diesen Sync übernimmt ein Pillepalle-Script, welcher als wiederkehrende Aufgabe (Taskjob) angelegt und ausgeführt wird. Der Script darf von Euch gerne 1:1 kopiert und verwendet werden. Ihr müsst lediglich euer Quell- und Zielordner abändern.


@echo off
REM Script zum Synchronisieren
echo "Sicherung von [NAME_DER_FREIGABE] gestartet"

REM SET SOURCE (Quelle festlegen)
set source="[NAME_DER_FREIGABE]"

REM SET DESTINATION (Ziel festlegen)
Set destination="D:\ServerFolders\[NAME_DER_FREIGABE]"

REM Ausgabe der Uhrzeit ohne Doppelpunkttrennung (23:00 -> 23.00)
FOR /F "tokens=1,2 delims=/: " %%a in ('Time/T') do set CTIME=%%a.%%b

REM Befehl zum synchroniseren der Quelle, kopierte Daten im Log anzeigen
xcopy "%source%" "%destination%" /d/c/y/h/i/e >> D:\Synclogs\[TAG_DES_SYNC]\%DATE%_%CTIME%_[NAME_DER_FREIGABE].log

REM Nach dem kopieren Ins Zielverzeichnis wechseln
cd /d "%destination%"

REM Quelle und Ziel vergleich, gelöschte Dateien und Ordner auf Ziel auch entfernen
for /f "tokens=*" %%i in ('dir /b') do if not exist "%source%\%%i" del "%%i" /Q & echo "%%i" geloescht & rd "%%i" /Q/S & echo "%%i" geloescht >> D:\Synclogs\[TAG_DES_SYNC]\%DATE%_%CTIME%_[NAME_DER_FREIGABE].log

echo "Sicherung von [NAME_DER_FREIGABE] beendet"
:end

Bitte beachtet, dass die Befehle, welche unterhalb des Kommentars geschrieben sind, unbedingt in einer Zeile stehen müssen, sonst müsst Ihr zusätzlich mit Zeilenumbruchparameter arbeiten, damit das Script sauber ausgeführt werden kann.

Da wir mit Worten nicht beschreiben können, wie schnell diese Büchsen und das Zusammenspiel zwischen dem Controller und den Netzwerkchips funktioniert, verdeutlichen wir unseren Zeitgewinn mit einer einfachen Übersicht.

Tera Link Station Pro II WD Sentinal DX 4000 Zeitgewinn

Backup: 60 Gb Backup: 60 Gb  
2 Stunden, 24 Minuten 14 Minuten 2 Stunden, 10 Minuten
     
Sync (gesamtes Array) Sync (gesamtes Array)  
3 Stdunden, 38 Minuten 41 Minuten 2 Stunden, 57 Minuten


Zum versüßen haben wir uns auch die Mühe gemacht, ein Screenshot von einem Kopiervorgang zu machen. Ein Produktvideo in HD von 15 Gb Größe.

WD Sentinel DX 4000 kopieren von Dateien

Fazit

Die Verwaltung des Servers ist dank Windows Storage Essential über Remote Desktop möglich und genauso gewöhnlich, wie bei jedem anderen Server auch. Auf das mitgelieferte Verwaltungstool von WD kann man komplett verzichten, da es für die meisten Aufgaben auch eher ungeeignet ist. Lediglich Serverfreigaben lassen sich darüber bewältigen, was die Installation dieses Tools also überflüssig macht, sei denn, mann muss den Server aus welchem Grund auch immer, wieder herstellen. Unser Backupfenster hat sich insgesamt auf 1 Std. reduziert, was ein Wartungsfenster wesentlich flexibler macht. Unser Dank geht damit noch mal an unseren Lieferanten LV Kopier- Mietservice GmbH aus Erfurt und natürlich an unser halbes Teammitglied, was die Anschaffung genehmigt hat. Die nächste Leistungssteigerung im Bereich der Speicherlösung wäre dann ein ausgeklügeltes SAN (Storage Area Network) mit Fiberchannel und allem Pipapo. Wir sind gespannt, wann wir das einführen dürfen.

Wir könnten ewig viel über Funktionen von diesen NAS-Systemen erzählen, die Frage ist nur, wer sich diesen elend langen Text überhaupt noch durchlesen will. Also sprecht uns einfach an, in dem Ihr den Beitrag kommentiert. Wir werden je nach Zeitaufwand auf alle Fragen eingehen. Sonst bleibt uns wie immer nur der Dank für das Lesen.

Euer Entwicklteam

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